Die heute 58-jährige Adrienne G., die sich im vergangenen Jahr der Polizei stellte, muss sich vor einem Berliner Kammergericht verantworten. Sie wird der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des zweifachen versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion beschuldigt, da sie als Mitglied der Terrororganisation „Rote Zora“ Mini-Wecker gekauft haben soll, die als Zeitzünder für Terroranschläge am 17. Oktober 1986 im Gentechnischen Institut Berlin-Dahlem und am 21. Juni 1987 in einem Verwaltungsgebäude von „Adler“ (einem Bekleidungskonzern in Aschaffenburg) eingesetzt wurden. Die Bomben explodierten damals durch technische Fehler nicht. Die Angeklagte legte durch ihre Verteidigerin ein umfassendes Geständnis ab. Sie selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Im von der Verteidigerin vorgelesenen Geständnis gibt Adrienne G. zu, „wissentlich und willentlich“ ihrer damaligen politischen Überzeugung entsprechend die Taten begangen zu haben. Die „Rote Zora“ habe von Anfang an die Gentechnik abgelehnt und bekämpft. Der Anschlag auf „Adler“ sei aus „Solidarität mit streikenden Arbeiterinnen in Südkorea“ erfolgt.